Nachhaltigkeitsstrategie
Die WRC hat ein „Sustainability Roadbook“ mit seiner Nachhaltigkeitsstrategie veröffentlicht. Weil der Rallyesport eng mit der Umwelt verbunden ist und in einzigartigen Landschaften ausgetragen wird, ist eine gesunde Umwelt für den Sport von großer Bedeutung. Die WRC möchte den Weg für nachhaltige Technologien ebnen – nicht nur für den Rallyesport, sondern für die gesamte Automobilindustrie. Man möchte Grenzen verschieben, neue Energiequellen erforschen und nachhaltigere Abläufe schaffen. Die Nachhaltigkeitsstrategie der WRC ist auf einer Linie mit der des Weltverbandes FIA und den Nachhaltigkeitszielen der Vereinten Nationen. Das Ziel ist „Net Zero“ im Jahr 2030. Gerade weil Rallyes häufig durch sensible Natur- und ländliche Regionen führen, steht die Serie besonders unter Druck, Umweltbelastungen zu minimieren und lokale Akzeptanz zu fördern.
Kraftstoffe
Die WRC war die erste Weltmeisterschaft der FIA, die 100 % nachhaltige Kraftstoffe eingesetzt hat. Die Kraftstoffe sind aus erneuerbaren Quellen hergestellt und helfen, den ökologischen Fußabdruck der Serie zu verringern.
Laut Angaben der WRC Promoter GmbH kann der CO₂-Ausstoß über den gesamten Kraftstofflebenszyklus um bis zu 77 Prozent reduziert werden. Die WRC gilt damit als wichtige Testplattform für nachhaltige Kraftstoffe unter extremen Bedingungen wie Staub, Hitze, Höhenunterschieden und langen Distanzen.
Biodiversität und Ökosystemschutz
Die WRC initiiert in den Regionen, in denen sie WM-Läufe austrägt, Projekte, die dem Naturschutz dienen. Bei der Safari-Rallye in Kenia wurde durch das Pflanzen von 19 Millionen Setzlingen in drei Jahren versucht, die Ökosysteme wiederherzustellen und aufzuforsten. 2024 wurde ein Naturmanagement-Tool implementiert, um Umweltbewertungen und Risikobewertungen bei Veranstaltungen durchzuführen. Ziel der WRC ist es, in Zusammenarbeit mit den lokalen Veranstaltern einen positiven Impact auf die jeweilige Region der Rallyes zu haben.
Regenerative Energie
Einige Serviceparks und temporäre Einrichtungen nutzen bereits erneuerbare Energiequellen wie Solar- und Windenergie, um ihren Strombedarf zu decken.
Events
Seit 2016 sind alle Veranstalter der WRC verpflichtet, die höchste 3-Sterne-Umweltakkreditierung der FIA zu erreichen. Diese umfasst strenge Kriterien in Bereichen wie Energie, Wasser, Abfall, Beschaffung, Transport, Biodiversität und CO2-Überwachung. Ab 2025 möchte die WRC ein Freiwilligenprogramm zur Förderung der Nachhaltigkeit bei ihren Veranstaltungen einführen. Ab 2026 werden nachhaltige Eventstandards implementiert, einschließlich Recycling und nachhaltigem Catering.
Logistik und Transport
Ab 2027 werden über 50% der Veranstaltungen nachhaltigere Logistikrouten priorisieren, um den ökologischen Fußabdruck zu verringern. Bereits deutlich reduziert wurde das Gewicht des Materials, das bei den WRC-Veranstaltungen zum Einsatz kommt. 2023 wurde die TV-Produktion der Übersee-Events erstmals remote aus Helsinki durchgeführt.
Beyond Rally
Die WRC organisiert im Rahmen der Rallyes Innovations-Foren unter dem Label „Beyond Rally“. Dabei werden nachhaltige Motorsport-Technologien, die Zusammenarbeit mit lokalen Behörden und Initiativen zur Erhaltung der biologischen Vielfalt vorgestellt.
Hybridantrieb (2022–2024)
Zur Saison 2022 führte die WRC Hybridfahrzeuge ein. Die neuen Rally1-Fahrzeuge kombinierten klassische Verbrennungsmotoren mit einem elektrischen Antriebssystem. Beim Bremsen wurde Energie rekuperiert. Dies reduzierte den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen. Aus Kostengründen wurde das Projekt Ende 2024 aufgegeben. Vor allem hohe Entwicklungs- und Betriebskosten galten für viele Hersteller und Teams als zentrales Problem des Hybridkonzepts.
Für das neue Reglement ab 2027 diskutiert die FIA erneut technologieoffene Antriebskonzepte, darunter auch elektrifizierte Lösungen.