STCC

Foto: © Thomas Voigt
Als erste nationale Tourenwagen-Rennserie setzte die Schwedische Tourenwagen-Meisterschaft (STCC) 2024 vollständig auf Elektroantrieb.

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Premierensaison 2024

Skandinavien gilt als Vorreiter in punkto Elektromobilität. Entsprechend groß war der Druck, auch die nationale Motorsportlandschaft anzupassen. Die STCC hat eine fast drei Jahrzehnte lange Tradition und ist auch über die Landesgrenzen hinweg populär. 2022 kündigten die Organisatoren an, die Serie vollständig auf Elektroantriebe umzustellen. 2024 wurde eine erste Saison auf Basis von Modellen von BMW, CUPRA, Tesla und Volkswagen ausgetragen. Den Titel sicherte sich Mikael Karlsson mit einem Tesla Model 3. Die Saison fiel vergleichsweise kurz aus und machte deutlich, dass wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen die Transformation erheblich erschweren können.

Neustart gescheitert

Nach dem kurzfristigen Ausstieg des ursprünglichen Promoters SNB Events pausierte die Serie. Langfristig war ein Neustart mit einem robusteren Geschäftsmodell geplant. Ein „Arrive and Drive“-Modell sollte Teams fixe Saisonkosten von 350.000 EUR garantieren, inklusive Batterieleasing und Technik-Support. Neben reinen E-Antrieben wurd – analog zur Rallycross-Weltmeisterschaft – die Nutzung von E-Fuels in Verbrennermotoren diskutiert, um traditionelle Hersteller einzubinden. Neben klassischen Rennstrecken waren auch Stadtrennen geplant. Der geplante Neustart scheiterte jedoch an der Finanzierung. Ein neuer Promoter übernahm die Rechte der STCC und führt sie ab 2027 mit konventionell angetriebenen GT4-Fahrzeugen durch.

Fahrzeugkonzept

Die Elektrofahrzeuge für die STCC wurden von PWR Racing entwickelt und zentral gebaut. Wie bei klassischen Verbrenner-Tourenwagen basierten die E-Racer auf serienmäßigen Karosserien, die für den Renneinsatz modifiziert wurden. Akku und Elektroantrieb waren bei allen Fahrzeugen gleich und stammten vom österreichischen Spezialisten STARD. Die begrenzte Verfügbarkeit der 78-kWh-Akkupacks war – neben der Finanzierung – der größte Hemmschuh bei der Weiterentwicklung des innovativen Konzeptes, das langfristig auch in andere Länder ausgerollt werden sollte. 

Nachhaltigkeitskonzept

Die STCC verfolgte einen Dreiklang aus ökologischen Maßnahmen. Der Grünstrom an den Rennstrecken kam aus Windparks in Nordschweden, gespeist über mobile Batteriecontainer von Partner Northvolt. Ausgediente Rennbatterien wurden zu stationären Speichern für Rennstrecken umgerüstet, etwa in Anderstorp. Begleitfahrzeuge und Transporter nutzten hydriertes Pflanzenöl (HVO100), das CO₂-Emissionen deutlich reduzierte.

Die STCC war ein ambitioniertes Projekt, eine nationale Tourenwagen-Rennserie zu elektrisieren, scheiterte am Ende aber an den damit verbundenen enormen Kosten.

Racing For The Climate e.V.
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