Im Rahmen der japanischen Super Taikyu Series erprobt der Hersteller ein System namens „Mazda Mobile Carbon Capture“ in einem Rennfahrzeug auf Basis des Mazda3. Vorgestellt wurde die Idee auf der Japan Mobility Show 2025 unter dem Motto „The Joy of Driving Fuels a Sustainable Tomorrow“. Das erklärte Ziel von Mazda: bis 2035 Mobilität ermöglichen, bei der die CO₂-Bilanz mit jedem gefahrenen Kilometer besser wird.
Als Versuchsträger dient der „MAZDA SPIRIT RACING 3 Future concept“. Betankt wird er mit HVO, einem hydrierten Pflanzenöl, das in Europa bereits im praktischen Einsatz ist und als kohlenstoffneutraler Kraftstoff gilt.
Nutzung von Abgaswärme
Herzstück ist ein poröses Adsorptionsmittel: Zeolith. Es bindet CO₂ aus dem Abgasstrom und gibt es beim Erhitzen wieder frei. Genau diese Eigenschaft nutzt Mazda aus. Die nötige Wärme liefert die Abgaswärme des Motors selbst, also Energie, die sonst ungenutzt verpufft.
Der Ablauf im Auto gliedert sich laut Mazda in vier Schritte: Adsorption des CO₂ im Zeolith; Desorption mithilfe der Abgaswärme; Komprimierung durch einen elektrischen Kompressor; Speicherung im mitgeführten CO₂-Tank
Neu hinzugekommen sind für den zweiten Test die Desorptionsfunktion, der Speichertank und ein Entfeuchter. Damit hat Mazda den kompletten Prozess erstmals als geschlossenes Gesamtsystem im fahrenden Auto gezeigt.
Motorsport als Härtest
Ein Rennwagen im 24-Stunden-Betrieb ist ein Härtetest: hohe Lasten, extreme Temperaturen, Vibrationen, Gewichts- und Platzprobleme. Wer ein Carbon-Capture-Modul hier zum Laufen bringt, hat belastbare Daten für die Serie.
Wichtig bleibt die Einordnung: 804 Gramm sind, gemessen an den Emissionen eines 24-Stunden-Rennens, ein sehr kleiner Betrag. Der eigentliche Wert liegt im Nachweis, dass die Kette Abscheiden-Lösen-Verdichten-Speichern an Bord überhaupt funktioniert. Genau solche Machbarkeitsnachweise sind der erste Schritt jeder Skalierung.
Nächste Schritte
Mazda hat sich das nächste Ziel gesetzt, den Rennwagen im November 2026 zumindest kurzzeitig CO₂-negativ zu betreiben. Technik und Komponenten werden dafür gemeinsam mit Partnern weiter verfeinert.